Demut

Substantiv, feminin [die]

  1. in der Einsicht in die Notwendigkeit und im Willen zum Hinnehmen der Gegebenheiten begründete Ergebenheit

Demut. Etwas, was ich in erster Linie mit Nonnen und Mönchen verbinde. Egal, welcher Religion sie angehören. Diese Menschen stellen sich und ihr Leben in den Dienst Gottes / Buddha/ Allah/ … Sie nehmen sich zurück um in der Gemeinschaft des Ordens zu leben, arbeiten und zu sterben. Keine Partner:innen, keine Kinder. Nur der Glaube. Ich finde das sehr faszinierend. Ist es doch in unserer heutigen Zeit schwer geworden zu glauben. Ich möchte hier nicht über den Glauben an sich diskutieren. Das ist nicht Sinn und Zweck der Sache. Ich finde es aber wichtig zu sehen, was Demut bedeutet.

Der irische Schriftsteller und Literaturwissenschaftler C.S. Lewis sagte einst: „Demut bedeutet nicht, weniger von sich selbst zu denken. Es bedeutet weniger an sich zu denken.“

Weniger an sich selber denken. Gerade in Zeiten der Pandemie wäre das etwas, was einigen Menschen gut zu Gesicht stehen würde. Aber auch darum geht es letztendlich nicht in diesem Blogbeitrag. Worum geht es denn dann?

Um Demut, klar. Aber auch um BDSM. Und damit auch in gewisser Weise um mich. Ich habe die letzten Tage viel darüber nachgedacht. Ob ich mich soweit zurück nehmen könnte um jemensch zu dienen. Mich um das Wohlbefinden eines anderen Menschen zu kümmern. Die Frage, die ich mir dabei gestellt habe, lautet: Kann ich wieder soweit Vertrauen fassen, dass das geht?

Die Antwort, die ich für mich darauf gefunden habe, ist zweifelsohne überraschend. Es wäre durchaus möglich. Allerdings müsste die dominante Person nicht zwangsläufig ein Mann sein. Tatsächlich gibt es da zwei weibliche Wesen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Natürlich wohnen die Beiden weit weg und wegen Corona geht ja im Moment eh nichts. Aber ich kann mir das bei Beiden vorstellen. Und wer meine Geschichte kennt, weiß dass das schon ein bisschen ironisch ist. Weil ich doch nie wieder was mit einer Frau anfangen wollte. Aber da kann Mensch auch sehen was passiert wenn Zeit und Vertrauen wichtiger sind, als Sex. Mir das einzugestehen ist nicht leicht. Und drüber reden? Eher nicht. Die Angst davor zurück gewiesen und verletzt zu werden ist zu groß. Ich weiß, irgendwann werde ich das tun müssen. Aber im Moment ist es gut so. Ich brauche Sicherheit. Und ich mag dass sich die Dinge virtuell langsam entwickeln können. Das ist wiederum der Vorteil an Corona. Und zum ersten Mal überhaupt ist es völlig egal, wohin die Reise geht. Nicht das Ziel ist wichtig, sondern der Weg. Ob dann am Ende eine Dreieck, ein Viereck oder ein Fünfeck entsteht… Wer weiß das schon? Dennoch würde ich Dinge tun, die ich für andere nicht tun würde. Ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Ich bin mir sogar sehr sicher das ich das tun würde. Darum geht es (für mich) in Demut. Natürlich sollte der Mensch vor dem Mensch kniet das auch zu schätzen wissen. Aber das wäre wieder ein anderes Thema.

Schreib ich das wirklich gerade? Es ist verrückt. Ich wollte das eigentlich nie wieder für mich in Betracht ziehen. Auf der anderen Seite habe ich im Moment defitiv mehr Kontakt zu Frauen als zu Männern. Ich hab das Gefühl Frauen sind da entspannter. Bei Männern habe ich oft das Gefühl das es von vorneherein eine Erwartungshaltung gibt, die ich nicht erfüllen kann. Okay, ich entspreche auch nicht unbedingt dem Beuteschema. Egal für welches Geschlecht. Und es wird definitiv noch eine ganze Weile dauern, bis ich mich mit dem Thema auseinander setzen kann. Auf der anderen Seite sind Treffen im Moment eh nicht wirklich möglich. Also wäre es doch die perfekte Zeit sich in Ruhe kennenzulernen.

Gleichzeitig ist da aber immer noch das Bedürfnis nach Rückzug, nach verstecken. Mich wieder auf BDSM einzulassen ist nunmal mit vielen Ängsten verbunden. In Demut zu dienen, mich zurückzunehmen, vielleicht ohne etwas dafür zu bekommen. ..

Das hier so zu schreiben ist nicht einfach. Aber darum geht es auch nicht. Es soll nicht einfach sein. Dafür ist es ehrlich. Es verändert sich so viel. Oft zuviel. Es sind auf einmal Dinge im Bereich des Möglichen, die es vorher nicht waren. Ein paar Dinge, mit denen ich mich noch auseinander setzen muss. Das wird auch nicht einfach. Aber es ist wichtig. Es ist in Ordnung.

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