Postkutsche, Weiblichkeit und Meersalz #DreiWortStory #Blogparade

#DreiWortStory

(Meine Worte sind Postkutsche, Weiblichkeit und Meersalz)

Die Legende der unglücklichen Braut

Es begann an einem Tag Ende Oktober 1875. Samhain stand vor der Tür. Nach altem Glauben sind zu dieser Zeit die Schleier zwischen der Welt der Lebenden und der Toten besonders dünn. An diesem Tag zog ein besonders schweres Unwetter über die Gegend, irgendwo am Rande des Schwarzwaldes. Ein solches Unwetter hatten die Menschen noch nie erlebt. Selbst Jahrzehnte danach galt es als das schlimmste Unwetter aller Zeiten. Die Menschen suchten in ihren Häusern Schutz. Dicht an dicht saßen sie beieinander und hielten sich fest während Blitz und Donner über den Himmel jagten.

Auf einer Anhöhe über dem Dorf stand ein großes Haus. Dort wohnte Georg von Hauser mit seiner Frau Ilse und einigen Dienstboten. Georg von Hauser war ein angesehener und wohlhabender Mann. Er war Kaufmann und Hoflieferant und hatte seine Frau erst vor kurzem geheiratet. Ilse war eine bezaubernde Frau. Ihr Charme und ihre Weiblichkeit hatte Männer von Nah und Fern in ihren Bann gezogen. Zahlreiche Verehrer machten ihr den Hof. Sie verliebte sich, doch nicht in Georg von Hauser, sondern in Fritz Schmidt, den Müller des Dorfes. Eine Heirat mit ihm kam indes nicht in Frage und so wurde sie die unglückliche Frau von Hauser. Obwohl Georg sie mit Schmuck und anderen wertvollen Geschenken überhäufte, blieb sie unglücklich. Nach außen gab sie die treusorgende Ehefrau. Allem Anschein nach waren Georg und Ilse ein glückliches Paar. Es gab häufige Kaffeegesellschaften und gelegentliche Festlichkeiten. Und auf jedem Fest wurde gemunkelt ob Ilse guter Hoffnung war.

Was niemand ahnte war, dass Ilse eine heimliche Affäre mit Fritz hatte. Die beiden schrieben sich lange Liebesbriefe, die sie in einem Baum im Wald versteckten. War Georg verreist trafen sich die beiden in einer Hütte im Wald, die Fritz unbemerkt gebaut hatte. Sie schmiedeten Pläne für ein neues Leben weit weg von allen.

So warteten die beiden geduldig auf einen Zeitpunkt, wo Georg auf einere größere Reise gehen würde. Zwei Jahre waren ins Land gegangen. Es gab immer noch kein Kind und Ilse und Georg hatten sich von einander entfremdet, als eine Reise anstand. Einer seiner Kunden wollte Meersalz vom Mittelmeer, und da es ein bedeutender Kunde war, fuhr Georg persönlich um das Salz zu holen. Ilse und Fritz hatten auf so einen Zeitpunkt gewartet. Heimlich hatten sie ihre Sachen gepackt und ein bisschen Geld zur Seite gelegt. Sie wollten nach Übersee und dort gemeinsam ein neues Leben beginnen. Zu Fuß wollten sie in die nächste Stadt und von dort aus mit der Postkutsche zu einem Hafen in den Niederlanden.

Doch die beiden kamen nicht weit. Sie gerieten in das Unwetter und hatten keine Chance einen Unterschlupf zu finden. Zunächst bemerkte niemand die Abwesenheit der Beiden. Erst zwei Tage später, meldete das Dienstmädchen Ilse als vermisst und ein paar Stunden später dann Fritz. Jeder, der abkömmlich war, beteiligte sich an der Suche. Schließlich fand man Ilse erschlagen unter einem Baum. Fritz fand man am Fuße eines Abhangs. Beide wurden zusammen auf dem Friedhof begraben. Zu der Zeit, als die beiden verunglückten, hörten die Menschen Glocken läuten. Doch der Pfarrer schwor später keine Glocke geläutet zu haben. Noch Jahre später glaubten die Menschen bei schwerem Unwetter Glocken läuten zu hören und die armen Seelen durch den Wald wandern zu sehen. Es heißt, dass Ilse und Fritz keinen Frieden finden.

Georg von Hauser starb ein paar Jahre später. Offiziell an einer Lungenentzündung. Doch man munkelt, dass er den Tod und den Verrat seiner Frau nie verkraftet hat. Das Haus ging in den Besitz der Gemeinde über. Doch jeder, der einzog, zog binnen kurzer Zeit wieder aus. Eine Familie schwor Stein und Bein nachts die Gestalt von Georg von Hauser gesehen zu haben, der ebenfalls keine Ruhe finden konnte. Im Laufe der Zeit wurde aus dem Haus eine Ruine. „Das Geisterhaus“ wurde es genannt. Inzwischen hat die Natur das Gebäude erobert. Die genauen Umstände sind im Nebel der Zeit verlorenen gegangen. Aber immer noch erzählen sich die Menschen dass man in der Zeit um Samhain die Gestalten von Ilse, Fritz und Georg durch den Wald wandern sehen kann.

Diesmal in der Blogparade

01.10.2020 https://training-of-o.de/blog/2020/10/01/strandkorb-t-rex-catnails-dreiwortstory-blogparade-for-provokrokant/

04.10.2020 / 05.10.2020 https://senior525.wordpress.com/2020/10/06/das-knicklicht/ https://senior525.wordpress.com/2020/10/07/blockadeparade/

10.10.2020 https://bdsmkettensklave.wordpress.com/2020/10/10/rasur-wald-buch-dreiwortstory-blogparade-meinneuanfang/

13.10.2020 https://provokrokant.wordpress.com/2020/10/13/eiszeit-fehlersuche-cuckold-dreiwortstory-blogparade-fuer-eheherrin/

15.10.2020 https://sofiesgeheimewelt.wordpress.com/2020/10/15/postkutsche-weiblichkeit-und-meersalz-dreiwortstory-blogparade/

16.10.2020 https://www.sarah-blume.de/2020/10/16/erdbeermarmelade-ropemarks-schwimmbad-dreiwortstory-blogparade-for-positivchen/

Aufruf: https://training-of-o.de/blog/2020/09/06/aufruf-zu-einer-blogparade-thema-dreiwortstory/

Ein Kommentar zu „Postkutsche, Weiblichkeit und Meersalz #DreiWortStory #Blogparade

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s