Kommunikation die Zweite

Basierend auf meinem Beitrag zur #SMBlogparade und einer Unterhaltung auf Twitter, hier noch ein Zweiter Teil zum Thema Kommunikation. Wie immer nehme ich meine Erfahrungen als Grundlage.

Ja, es macht einen Unterschied ob man jemanden kennenlernt der von den eigenen Neigungen weiß oder nicht. Weiß er nicht davon dreht sich das Gespräch um das Übliche : Beruf, Hobbies und Wetter. Man unterhält sich, lacht und flirtet. Man freundet sich an oder geht seiner Wege.

Weiß das Gegenüber von der Neigung kommt es darauf an. Devote Personen tauschen sich aus, lachen und scherzen. Freunden sich an oder gehen ihrer Wege.

Ist aber das Gegenüber dominant wird es kompliziert. Das Machtgefälle wird auch beim Kennenlernen vorausgesetzt und eingefordert. Mir ist es schon ein paar Mal passiert, dass Dom sich über bestimmte, umgangssprachliche Ausdrücke beschwert hat. Wörter wie „okay“ wurden als respektlos deklariert und wurden verboten. Da nützte auch der Hinweis auf ein Kennenlernen auf Augenhöhe nichts. Entweder ich hab mich gefügt oder das Gespräch war vorbei. Und genau da fängt meines Erachtens das Problem schon an. Ein Kennenlernen oder eine vertrauensvolle Basis wird praktisch unmöglich gemacht. Dadurch das der dominante Part von vorneherein seinen Standpunkt durchsetzt. Er bestimmt die Regeln. Und sanktioniert bei Nichteinhaltung. Die Sub auf der anderen Seite kann da nur verlieren. Fügt sie sich nicht endet der Kontakt. Fügt sie sich hat sie danach keine Chance mehr auf ein normales Gespräch. Das Machtgefälle ist von Anfang an allgegenwärtig. So oder so ein ätzendes Gefühl. Ging es schief war da immer das Gefühl von Schuld. Ich hab mich dem nicht gefügt. Ergo war ich eine schlechte und respektlose Sub. Hab ich mich gefügt, war das Gefühl genauso ätzend. Weil mir das Kennenlernen über gestülbt wurde. Ich war nicht frei. Ich musste immer aufpassen was ich wie sagte. Das konnte nur schief gehen.

Es ist im Grunde ähnlich zu dem Verbot von Fragen. Wollte ich wissen warum jetzt dieses oder jenes Wort so schrecklich war bekam ich maximal als Antwort dass es eben respektlos sei. Kam keine Antwort wusste ich schon dass ich nicht hätte fragen sollen und Dom jetzt eine Entschuldigung erwartete. Hatte ich mich demütig genug entschuldigt bekam ich dann wieder eine Antwort. Die in der Regel nicht sehr freundlich ausfiel. Bekam ich immer noch keine Antwort war klar dass ich zu Kreuze zu kriechen und um eine Strafe zu bitten hatte. Ja, so lief das auch schon beim Kennenlernen ab. Die Strafe bestand dann in der Regel aus ein paar Schlägen. Hatte ich mich dann artig dafür bedankt, war Dom dann gnädig genug wieder mit mir zu reden. Natürlich hatte ich trotzdem verschärft darauf zu achten wie ich mich zu verhalten hatte. Ich war ständig auf der Hut, hatte nie wirklich das Gefühl ich zu sein. Ich spielte eine Rolle und das nicht immer besonders gut.

Im Nachhinein betrachtet ist es nicht wirklich verwunderlich dass bei mir so viel schief gelaufen ist. Nicht weil es an mir lag, sondern die Typen einfach völlig daneben waren. Ich hoffe für Euch, wenn ihr das lest und noch am Anfang seid, dass ihr klüger seid als ich und aus meinen Fehlern lernt. Denn mit dieser Art der Kommunikation kann es nur schief gehen…

Veröffentlicht unter BDSM.